Überraschende Wende: Grüne bremsen Naturkundemuseum aus – Koalitionskrise droht
Die Grünen sprechen sich überraschend gegen den Bau eines Naturkundemuseums in Hamburg aus.
Der SPD-Koalitionspartner zeigt sich verärgert: „Der Vorstoß der Grünen war mit uns nicht abgestimmt.“ Die Pressemitteilung der Grünen Bürgerschaftsfraktion kommt um 10.49 Uhr.
Und die Überschrift „Es ist an der Zeit, umzusteuern“ lässt ahnen, was im Text dann wahr wird.
Erstmals seit Beginn der rot-grünen Koalition im Jahr 2015 proben die Grünen als Juniorpartner in aller Öffentlichkeit und ohne Rücksprache mit der SPD den Aufstand, teilen mit, dass sie das geplante Naturkundemuseum sowohl generell als auch speziell im Elbtower nicht mehr mittragen. „ Hamburg muss jetzt die richtigen Prioritäten setzen“, sagt der Grünen-Fraktionschef Michael Gwosdz.
Naturkundemuseum ist ein Multimillionenprojekt Jetzt könnte man meinen, ist doch nicht so dramatisch.
Naturkundemuseum hört sich ja erstmal bescheiden und unspektakulär an, so nach Tierfellen, Knochen, Schulklassen und Kinderspaß.
Doch tatsächlich geht es um ein Multimillionenprojekt, Spitzenforschung und einen Staatsvertrag.
Und nebenbei sollte auch gleich der vor allem vom damaligen SPD -Bürgermeister Olaf Scholz initiierte und seit drei Jahren in der Hafencity als Bauruine vor sich hin siechende Elbtower gerettet werden.
Das war zumindest die Idee des Hamburger Immobilienentwicklers Dieter Becken.
Die Stadt sollte das Naturkundemuseum im Elbtower installieren und er würde dafür das seit der Pleite der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko darbende Gebäude fertig bauen - etwas kleiner, aber dafür vollenden.
Statt 245 Meter sollte der vom Stararchitekt David Chipperfield geplante Elbtower nur noch 199 Meter hoch werden.
Rot-grüner Senat zeigte sich begeistert Noch im Oktober vergangenen Jahres zeigte sich der rot-grüne Senat begeistert.
Gleich zu fünft traten der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) und Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) an, um die frohe Botschaft zu verkünden.
Die Stadt wolle rund die Hälfte des Gebäudes übernehmen und bekomme dafür zum Festpreis von 595 Millionen Euro ein Naturkundemuseum.
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