Drama um Florian Wirtz: Der traurige Abstieg eines Jahrhunderttalents
Florian Wirtz tue ihm "furchtbar leid", hatte Uli Hoeneß schon vor einigen Monaten gesagt - und mittlerweile ist das so ein Gefühl, das viele Fußballfans wohl teilen können. Mit riesigen Hoffnungen und Erwartungen war eines der größten Talente, das der deutsche Fußball je hatte, im Sommer 2025 nach Liverpool gewechselt. Doch schnell wurde klar, dass dieser Schritt möglicherweise erst einmal zu groß war für den inzwischen 23-Jährigen aus Pulheim.
Im Dezember hatte Uli Hoeneß bei seiner Kritik noch den damaligen Liverpool-Trainer Arne Slot ins Visier genommen: "Er hat ihm versprochen, dass er die Zehn kriegt und er um ihn herum eine neue Mannschaft aufbaut. Ein Dreck ist! Er hat die Sieben gekriegt und die neue Mannschaft spielt alles, nur nicht um Florian Wirtz herum." Die deutlichen Worte von Hoeneß waren jedoch nicht wirklich ein Wunder, hatte sich der FC Bayern München doch vor der Saison intensiv um den Nationalspieler bemüht - und sich in der Poleposition auch aufgrund der persönlichen Kontakte von Hoeneß zur Familie Wirtz gewähnt.
Und dennoch hatte der Bayern-Patron gar nicht einmal Unrecht mit seiner Kritik am Niederländer, denn Florian Wirtz war in Liverpool tatsächlich bei weitem nicht mehr der unangefochtene Dreh- und Angelpunkt wie zu Bayer-Zeiten. Zwar waren die reinen Daten (Ballkontakte und Pässe) von Florian Wirtz auch beim englischen Meister des Jahres 2025 in Ordnung, doch die entscheidenden Situationen, die ihn aus einem Spiel wie gewohnt hervorheben und stark machen, gab es in Liverpool in der kompletten Spielzeit (fast) nicht. Neben den nackten Zahlen - seinen ersten Treffer erzielte Wirtz am 18. Spieltag beim 2:1 gegen Wolverhampton und kam in 49 Spielen lediglich auf sieben Treffer - stand so vor allem auch sein Gesamteindruck auf dem Platz immer wieder in der Kritik.
Und tatsächlich war diese, so hart sie auch war, vor allem im ersten Halbjahr vollkommen berechtigt. Didi Hamann meinte damals kurz vor Weihnachten: "In der Premier League wird anders Fußball gespielt und da hat er bisher kaum oder gar keine Akzente gesetzt. Und warum sollte er das jetzt im Januar machen? Wenn ich ihn spielen sehe, habe ich ab und zu das Gefühl, dass er selbst gar nicht mehr dran glaubt, dass er sich da durchsetzen kann. Stand jetzt hat er sich verwechselt." Ein Gedanke, der ebenfalls immer wieder aufkam, denn in der Tat wird sich vermutlich auch Florian Wirtz selbst zwischendurch heimlich einmal gefragt haben, wie es denn in München mit ihm gelaufen wäre.
Denn eine Sache wurde auf der Insel seit Florian Wirtz' Wechsel im Sommer des letzten Jahres immer wieder von unterschiedlicher Seite thematisiert, so auch schon sehr früh von Wayne Rooney: "Ich glaube, Wirtz schadet tatsächlich dem Gleichgewicht von Liverpool und der Art, wie sie spielen." Eine Diskussion, die sich bis heute hält, wie die Worte von Didi Hamann vor dem Beginn Premier League zeigen: "Wenn er nicht gut in die Saison startet, dann werden wir spätestens zur ersten Länderspielpause Mitte September eine Situation haben, in der diskutiert wird, ob es der richtige Klub für ihn ist.
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