Sorgerechtsstreit eskaliert - Mischte Vater seinem Kind (1) Gift ins Apfelmus?
Döbeln (Sachsen) – Es ist ein Vorwurf, den man kaum glauben kann: Ein Vater soll seinem kleinen Sohn Leroy (1) ein Antidepressivum ins Apfelmus gemischt haben – mutmaßlich, um die Schuld auf die Mutter zu lenken. Am Montag begann der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Amtsgericht Döbeln (Sachsen). Der Angeklagte erschien mit verhülltem Gesicht und einem Fischerhut auf dem Kopf.
Laut Staatsanwaltschaft habe Manuel M. (42) dem Kind das Medikament „Venlafaxin“ in das Essen getan, als der kleine Leroy mit hohem Fieber im Krankenhaus in Mittweida behandelt wurde. Besonders perfide laut Anklage: Damit habe M. den Verdacht auf Mutter Bianca B. (41, Kauffrau) lenken wollen. Denn die leidet unter einer Anpassungs- und Angststörung, muss das Mittel einnehmen. Doch während der Tat soll sie sich nach dem Stand der Ermittlungen gar nicht im Krankenzimmer aufgehalten haben. Das Medikament befand sich demnach in ihrer Handtasche. Die wiederum stand frei zugänglich auf dem Fensterbrett des Krankenzimmers.
Der Junge soll sich anschließend erbrochen haben, kleine weiße Pillen wurden sichtbar. Rechtsmediziner Prof. Dr. Jan Dreßler (65) erklärte in der Verhandlung, dass in Blutproben des Kindes das Antidepressivum nachgewiesen wurde. Der Höchstwert: 15,2 Nanogramm je Milliliter. Glück für den Jungen: „Das ist nicht lebensgefährlich bei diesen Kleinstmengen“, so Dreßler. Doch wusste das auch der mutmaßliche Apfelmus-Mischer? Fest steht: Für unter 18-Jährige ist das Medikament nicht zugelassen und kann in hohen Dosierungen schwere Nebenwirkungen hervorrufen.
Zu den schweren Vorwürfen wollte der Angeklagte vor Gericht nichts sagen, auch BILD-Fragen ließ er unbeantwortet. Dafür hielt er der Mutter vor, sie hätte mehrfach angedroht, ihren Sohn vergiften zu wollen. Bianca B. zum Angeklagten: „Das wirfst du mir immer vor. Ich habe das nie gewollt. Der Kleine ist mein Ein und Alles.“ Nach 18 Jahren Partnerschaft hatte sie sich von Manuel M. getrennt, wenige Monate nachdem Sohn Leroy zur Welt kam. Kann der Streit um das Sorgerecht ein Motiv für die Tat sein?
Mittlerweile ist das Jugendamt des Landkreises Vormund des Kindes. Leroy lebt bei seiner Großmutter, der Mutter (65) von Bianca B. Der Angeklagte und auch die Mutter dürfen den Jungen sehen. Im Hintergrund tobt jedoch weiter der Sorgerechtsstreit, der bereits bis vor das Oberlandesgericht in Dresden ging.
Manuel M. ist außerdem angeklagt, das Auto seiner Ex auf der A4 bei Hainichen abgedrängt zu haben. Der Prozess wird im September fortgesetzt. Die Vorsitzende Richterin Christa Weik (64) will weitere Zeugen hören, fordert jedoch alle Seiten bereits auf, endlich zur Vernunft zu kommen. „Es ist ja gar nicht absehbar, was Sie dem Kind mit diesem Verhalten antun.“
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.