Neu-Preuße tief gefrustet - „Roter Sam“ mit Tränen-Abgang
Er zog sich das Trikot vors Gesicht, verließ mit hängendem Kopf das Spielfeld und verschwand sofort in der Kabine...
Sein Plan war definitiv ein ganz anderer. Als Samuel Althaus (20) am Freitagabend in der 63. Minute für Louis Kolbe (23) eingewechselt wurde, wollte er mithelfen, die knappe 1:0-Führung gegen Karlsruhe ins Ziel zu bringen. Ging gründlich daneben. Nicht nur, weil der Zweitligist trotz leidenschaftlicher Gegenwehr die Partie noch drehte (71./80.) und mit 2:1 in die lukrative zweite DFB-Pokalrunde einzog. Auch sein persönlicher Auftritt nahm ein bitteres und zudem vorzeitiges Ende.
Die letzten Zuckungen der Nachspielzeit (90.+6). Münsters langer Neuzugang (1,96 m) erwischt im Zweikampf – etwas übermotiviert – nicht den Ball, sondern seinen Gegenspieler Santeri Väänänen (26) auf Knöchelhöhe. Schiedsrichter Florian Badstübner (35/Windsbach) steht genau daneben und zögert keine Sekunde – Platzverweis! Der Erste in der jungen Profi-Laufbahn des Ex-Münchners. Zuvor war er schon einmal als U19-Junior der Löwen gegen Fortuna Düsseldorf geflogen.
Fassungslos starrt Althaus auf die Rote Karte. Tränen der Enttäuschung schießen ihm in die Augen, als er schließlich vom Rasen geht. Auch später, weit nach Spielschluss, will er sich noch immer nicht zu dieser Szene äußern. Zu tief sitzt der Frust.
Dafür spricht sein Berater Gary Gordon (Dortmund), der gegenüber BILD die emotionale Verfassung seines jungen Schützlings erklärt: „Samuel ist ehrgeizig, hatte sich enorm viel vorgenommen und wollte unbedingt seine erste große Chance bei Preußen vor ausverkauften Rängen nutzen. Nachdem sich sein Wechsel von 1860 München nach Münster schon so lange hingezogen hatte, war er richtig on fire.“ Und weiter: „Doch durch diese unglückliche Aktion, die garantiert keine Absicht war, hatte er einfach das Gefühl, versagt zu haben.“
Was sicherlich nicht stimmt. Sieht auch Gordon so: „Natürlich haben wir bereits telefoniert und ausgiebig über alles geredet. Fußball ist nun mal ein Kampfspiel, da passieren schon mal solche Dinge. Unter dem Strich kann Samuel daraus für seine weitere Karriere nur lernen.“
Zudem hat dieses ROT nur Auswirkungen auf den Pokalwettbewerb – aus dem die Preußen durch die Niederlage ohnehin ausgeschieden sind. In der 3. Liga sowie im Verbandspokal am kommenden Mittwoch (26.8.) gegen Fünfligist SSV Buer (19 Uhr/LVM-Preußenstadion) ist er spielberechtigt.
Allerdings verfällt diese Sperre nicht, muss Althaus in seiner nächsten DFB-Pokalpartie – wann auch immer die folgen wird – aussetzen.
Interessant: Kurz bevor der talentierte Mittelfeldmann von Schiri Badstübner rausgeschickt wurde, erntete er auf der Tribüne noch ein fettes Lob von Marc Fascher (58). Münsters früherer Aufstiegstrainer – 2011 führte er die „Adlerträger“ in die 3. Liga – saß als Scout für den Schweizer Erstligisten FC Lugano auf der Tribüne. Und war von Althaus echt beeindruckt.
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