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Gesundheit

Sexmangel ist nicht schädlich, fehlende Nähe und Intimität hingegen schon

Focus Online Gesundheit ·
Sexmangel ist nicht schädlich, fehlende Nähe und Intimität hingegen schon

Kaum ein Thema ist mit so vielen Mythen aufgeladen wie Sexualität. Einerseits entsteht oft der Eindruck, regelmäßiger Sex sei praktisch Pflicht für ein glückliches Leben. Andererseits leben viele Menschen über Monate, Jahre oder sogar dauerhaft ohne Sexualität – freiwillig oder unfreiwillig.

Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Manche Menschen haben schlicht wenig sexuelles Bedürfnis. Andere befinden sich nach Trennungen längere Zeit ohne Partnerschaft. Wieder andere ziehen sich wegen Stress, Enttäuschungen, Krankheit oder emotionalen Verletzungen aus der Sexualität zurück. Und natürlich gibt es auch Menschen, die ganz bewusst enthaltsam leben.

Doch wie gesund ist das eigentlich? Die überraschende Antwort lautet: Der Mensch stirbt nicht an Sexmangel. Krank machen eher Einsamkeit, chronische Frustration oder emotionaler Stress.

Regina Heckert ist Leiterin von BeFree Tantra, Sexualberaterin, Buchautorin und Expertin für die Lust der Frau. Sie ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle .

Zu Beginn die wichtigste Entwarnung: Aus medizinischer Sicht ist Sexualität kein biologisches Muss wie Schlaf, Nahrung oder Wasser. Der Körper nimmt keinen direkten Schaden, wenn Menschen längere Zeit keinen Sex haben. Es gibt keine Vergiftung durch „Samenstau“, keinen gefährlichen „Lustdruck“ und keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Menschen ohne Sexualität automatisch krank werden. Manche Männer glauben dennoch bis heute, zu wenig Sex könne körperlich schädlich sein.

Tatsächlich reagiert der Körper jedoch erstaunlich flexibel. Sexualität ist biologisch wichtig für Fortpflanzung und Wohlbefinden, aber nicht zwingend notwendig, um körperlich gesund zu bleiben. Auch Frauen verkümmern ohne Sex keineswegs emotional oder körperlich, wie alte Klischees lange behauptet haben.

Zahlreiche Studien belegen jedoch positive Effekte von erfüllter Sexualität. Regelmäßiger Sex kann Stress reduzieren, das Wohlbefinden steigern, das Immunsystem stärken und die Ausschüttung von Bindungs- und Glückshormonen fördern. Besonders Oxytocin, Dopamin und Endorphine spielen dabei eine wichtige Rolle. Viele Menschen schlafen nach Sex besser, fühlen sich entspannter oder emotional verbundener.

Allerdings wird dabei oft ein entscheidender Punkt übersehen: Nicht jede Sexualität wirkt automatisch gesund. Sex unter Druck, aus Pflichtgefühl oder in konfliktbelasteten Beziehungen kann emotional sogar belastend sein. Manche Menschen fühlen sich nach Sex einsamer als zuvor – insbesondere dann, wenn Nähe, Wertschätzung oder echte Verbindung fehlen. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht nur: Wie viel Sex hat jemand? Sondern vielmehr: Wie erlebt jemand seine Sexualität emotional?

Unsere Gesellschaft vermittelt ständig die Botschaft, erfüllte Menschen hätten selbstverständlich regelmäßig Sex. Filme, Werbung und soziale Medien erzeugen häufig den Eindruck, sexuelle Aktivität sei ein Zeichen für Attraktivität, Jugendlichkeit und Lebensglück. Wer wenig oder keinen Sex hat, beginnt daher schnell, an sich selbst zu zweifeln.

Besonders Männer erleben häufig starken Druck. Viele definieren einen Teil ihres Selbstwertes über sexuelle Aktivität.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.focus.de — der Inhalt gehört Focus Online Gesundheit.

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