Deutschland mit anderen Regeln: In der Bundesliga dürfte Tah sein DFB-Tor feiern
Die 2. Fußball-Bundesliga läuft bereits wieder, nun geht es auch für die Erstligisten wieder um alles. Erst im DFB-Pokal, dann in der Liga. Spieler, Trainer und Fans müssen sich dabei an neue Regeln gewöhnen. Doch nicht alles wird wie bei der Weltmeisterschaft sein.
Zur Zeitspiel-Vermeidung kommen bei Abstößen und Einwürfen die Fünf-Sekunden-Countdowns zur Anwendung. Bei Überschreitung wird aus dem Abstoß eine Ecke für das gegnerische Team - und das Einwurfrecht wechselt. Um die Nettospielzeit zu erhöhen, müssen Spieler, die ausgewechselt werden, innerhalb von zehn Sekunden vom Platz. Halten sie sich nicht daran, darf der Einwechselspieler den Platz erst bei der ersten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute betreten. Zudem müssen Spieler, die auf dem Platz behandelt werden oder eine verletzungsbedingte Unterbrechung der Partie verursachen, das Feld verlassen und nach Wiederanpfiff eine Minute lang draußen warten. Eine Ausnahme bildet der Torwart.
Wie schon bei der WM gesehen, werden die Kompetenzen des Video-Assistenten auf die Überprüfung der zweiten Gelben Karte bei Gelb-Rot ausgeweitet. Dabei geht es allerdings "nur" um ungerechtfertigt verhängte Gelb-Rote Karten, weil die zweite Gelbe Karte eindeutig falsch war oder es sich um eine Spielerverwechslung handelt. Wenn der Schiedsrichter keine Gelbe gezeigt hat, obwohl sie richtig gewesen wäre, bleibt der Video-Assistent still.
Die von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) angekündigte Zurückhaltung beim Einsatz des VAR wird umgesetzt. Laut Jochen Drees, dem Video-Chef beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), soll der Video-Assistent ganz im Sinne der UEFA "stärker im Hintergrund" gelassen werden. Das verdeutlichte auch Benjamin Schmedes. "Für den Eingriff des Video-Assistenten soll es eine höhere Schwelle geben. Es soll um klare und offensichtliche Fehlentscheidungen gehen. Wir wollen die Zeit am Bildschirm minimieren", sagte der Bundesliga-Sportdirektor: "Trotz allem werden wir Diskussionen nicht vollends vermeiden können." In der ersten Runde des Pokals kommt der VAR wie schon zuletzt nicht zum Einsatz.
Eckstöße werden im Gegensatz zur Endrunde nicht vom Video-Assistenten überprüft, zudem wird keine Rote Karte für das Zuhalten des Mundes mit der Hand oder das Verlassen des Feldes aus Protest gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung gegeben. Diese Regeln hatten die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) lediglich optional eingeführt. Zudem wird der Torwart nicht so extrem geschützt wie bei der WM. Das Blocken des Keepers ohne aktive Bewegung in ihn hinein ist erlaubt. Das nicht gegebene Tor von Jonathan Tah beim deutschen WM-Aus gegen Paraguay hätte in Bundesliga gezählt.
Dass die Kapitänsregel - im Kampf gegen die Rudelbildung darf nur der Spielführer mit dem Referee reden - bei der Endrunde quasi ausgesetzt war, hat den Schiri-Bossen gar nicht gefallen. Das soll in der Bundesliga anders laufen.
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