Nach Vulkanausbruch in Indonesien - 270.000 Touristen sitzen im Urlaubs-Paradies fest
Jakarta (Indonesien) – Dichte Aschewolken, gesperrte Flughäfen und mehr als hunderttausend gestrandete Reisende. Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat Indonesien ins Verkehrschaos gestürzt. Seit Sonntag spuckt der Vulkan zwischen den Inseln Java und Sumatra gewaltige Mengen Asche in die Atmosphäre.
Die Folgen sind dramatisch: Die beiden internationalen Flughäfen der Hauptstadt Jakarta bleiben vorerst geschlossen. Auch sechs weitere Flughäfen sind weiterhin außer Betrieb.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurden bislang 2300 Flüge gestrichen, verspäteten sich oder wurden umgeleitet. Rund 270.000 Passagiere sitzen an den betroffenen Flughäfen fest. Allein auf Soekarno-Hatta entfielen 963 Flüge. „Aufgrund der wechselhaften Wetterlage können wir nicht abschätzen, wann dies enden wird“, erklärte Verkehrsminister Dudy Purwagandhi. Die ständig wechselnden Windrichtungen machen es schwierig, vorherzusagen, wie lange die Aschewolken den Flugverkehr noch beeinträchtigen werden.
Jakarta mit seinen 11 Millionen Einwohnern gilt als eines der wichtigsten Luftfahrt-Drehkreuze Südostasiens. Zwar blieb der Flughafen der Urlaubsinsel Bali zunächst geöffnet, doch viele internationale Verbindungen laufen über die Hauptstadt. Die Behörden melden, dass eine der Aschewolken bis auf etwa 15.200 Meter Höhe aufstieg. Die Wolke zog über Teile Sumatras und die Sundastraße hinweg. Der Vulkan brach am Sonntag gleich zweimal aus. Verletzte oder Tote wurden bislang nicht gemeldet.
Ob die Aktivität weiter zunimmt, kann derzeit niemand sagen. Der Anak Krakatau zeigt bereits seit Freitag verstärkte Aktivität. Bewohner und Besucher wurden aufgefordert, mindestens drei Kilometer Abstand zum Krater zu halten.
Der Anak Krakatau entstand aus den Überresten des legendären Krakatau, dessen Ausbruch im Jahr 1883 eine der schwersten Naturkatastrophen der Neuzeit war. Über 36.000 Menschen kamen ums Leben. Die Explosion des Krakatau war so gewaltig, dass ihr Donner noch in rund 4.800 Kilometern Entfernung zu hören war, unter anderem auf Mauritius und in Australien. Sie gilt bis heute als das lauteste jemals aufgezeichnete Geräusch. Die Druckwelle umrundete mehrfach die Erde und wurde weltweit registriert.
Auch der Anak Krakatau hat bereits eine tödliche Spur hinterlassen: 2018 löste ein Vulkanausbruch einen Hangrutsch ins Meer aus. Der dadurch entstandene Tsunami tötete 430 Menschen auf Java und Sumatra. Um die aktuelle Lage zu entschärfen, greifen die Behörden nun zu ungewöhnlichen Mitteln. Mit sogenanntem Cloud Seeding („Wolkenimpfen“) soll künstlich Regen erzeugt werden. Dabei werden feine Partikel wie Silberjodid oder Salze in bestehende Wolken gesprüht, um die Vulkanasche schneller aus der Luft zu waschen.
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