Max Verstappen im Interview - „Ich habe ernsthaft überlegt, Schluss zu machen“
Max Verstappen (28) hat seinen Vertrag bei Red Bull bis 2030 verlängert. In BILD spricht er über den Spaß an seinem Job, Gedanken ans Karriereende und andere Langstreckenrennen.
BILD: Sie betonen immer wieder, dass Sie zum Spaß fahren und den eigentlich nur hätten, wenn Sie um Siege kämpfen können. Obwohl das aktuell nicht der Fall ist, haben Sie Ihren Vertrag bis 2030 verlängert. Warum?
Max Verstappen (28): Weil sich das nach dem richtigen Schritt angefühlt hat. Ich habe schon immer nach meinem Bauchgefühl entschieden und es bisher nie bereut.
Ja. Es wäre natürlich noch spaßiger, wenn ich jedes Wochenende gewinnen würde, aber das gibt das Auto aktuell einfach nicht her. Das ist okay, denn wir sind auf dem richtigen Weg und ein gutes Team. In den vergangenen Monaten und Jahren sind viele Leute gekommen und gegangen, sodass sich ein paar Dinge erst neu einspielen mussten, aber jetzt haben wir uns als Einheit gefunden. Alle haben den Glauben daran, dass wir wieder an die Spitze kommen werden. Für dieses Ziel geben wir gemeinsam Vollgas – und das macht Spaß.
Die Verlängerung hätte noch Zeit gehabt. Ihr ursprünglicher Vertrag wäre noch bis 2028 gelaufen …
Ja, aber wenn beide Seiten langfristig zusammenarbeiten wollen, warum soll man dann warten?
Sie waren der Kritik ausgesetzt, dass Sie nur verlängert hätten, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Was denken Sie darüber?
Weil es mich nicht interessiert, was andere über mich denken. Entscheidend ist, wie meine Familie, mein Management, das Team und ich selbst zu der Sache stehen. Ich muss mit mir im Reinen sein, und das bin ich.
Also waren der monatelange Vertragspoker und die Gespräche mit McLaren nicht nur ein Bluff, um Red Bull unter Druck zu setzen?
Nein. Jedes Gespräch mit einem anderen Team hat man ernst zu nehmen. Aber letztlich war ich näher dran, in der Formel 1 aufzuhören, als bei einem anderen Rennstall zu unterschreiben.
Na ja, entweder man hört auf oder nicht – es ist also eine 50:50-Entscheidung (lacht). Ich habe ernsthaft überlegt, Schluss zu machen. Aber im Endeffekt liebe ich Racing. Ich muss mir nichts mehr beweisen, bin viermaliger Weltmeister und habe schon nach dem ersten Titel alles erreicht, was ich immer wollte. Ich fahre nicht für die Geschichtsbücher, sondern für mich selbst, das Team und unsere Fans. Deswegen war es letztlich eine leichte Entscheidung.
Ist das Ihr letzter Formel‑1 ‑Vertrag oder können Sie sich vorstellen, wie Fernando Alonso auch mit 45 Jahren noch zu fahren?
Das glaube ich nicht, aber es ist unmöglich, das vorherzusehen. Ich werde so lange fahren, wie ich Spaß daran habe.
Stichwort Spaß: Sie sind dieses Jahr beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring an den Start gegangen und schwärmten danach. Welche anderen Langstreckenrennen planen Sie noch?
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