Wasserversorgung: Trinkwasser für Rhein-Main: Was ein Stausee leisten soll
Ein Projekt im Kinzigtal soll die Trinkwasserversorgung in Frankfurt, Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis verbessern und Grundwasser im Vogelsberg schonen.
Welche Herausforderungen sehen Experten? Vor allem in trockenen Sommern wie in diesem Jahr machen sich viele Menschen Gedanken über die Versorgung mit Trinkwasser .
Der Wasserverband Kinzig treibt derzeit Pläne voran, die Kinzigtalsperre künftig auch zur Trinkwassergewinnung zu nutzen.
Bis zu 9 Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser im Jahr sollen künftig mit modernsten technischen Mitteln aufbereitet und an Verbraucher in Frankfurt, Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis geliefert werden.
Zur Orientierung: Allein Frankfurt verbraucht nach Angaben des Wasserverbands rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr.
Bislang erfüllt die Talsperre bei Bad Soden-Salmünster zwei Aufgaben: Sie schützt vor Hochwasser und sorgt dafür, dass die Kinzig selbst in extremen Dürreperioden nicht austrocknet.
Künftig soll sie zusätzlich einen Beitrag zur Trinkwasserversorgung leisten.
Derzeit arbeitet der Verband an der Trassenplanung für die neue Leitung.
Sie soll das Wasser einmal von der Talsperre zum Wasserwerk Wächtersbach-Neudorf transportieren, wo heute bereits Wasser aus dem Vogelsberg für die Trinkwasserversorgung genutzt wird.
Entlastung für die Brunnen im Vogelsberg angestrebt Nach den Plänen soll künftig je nach Jahreszeit zwischen Oberflächen- und Grundwasser gewechselt werden.
Im niederschlagsreichen hydrologischen Winterhalbjahr von November bis April, wenn der Wasserbedarf geringer ist, soll vor allem Wasser aus der Talsperre genutzt werden.
Dadurch könnten nach Überzeugung des Verbandes die Brunnen im Vogelsberg entlastet werden.
Steigen im Sommer die Temperaturen und erwärmt sich das Wasser im Stausee , soll kühles Grundwasser aus dem Vogelsberg beigemischt werden, wie Geschäftsführer Holger Scheffler erklärt.
Ob dieses Konzept wie geplant funktioniert, werde letztlich der Probebetrieb des künftigen Wasserwerks zeigen, der in fünf Jahren aufgenommen werden soll. „Ein Signal an den Vogelsberg“ Für den Wasserverband ist das Projekt zugleich ein Zeichen für einen nachhaltigeren Umgang mit den Grundwasservorkommen. „Die Pläne sind ein Signal auch an den Vogelsberg“, betont Scheffler.
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