"Verlieren wegen mir": St. Pauli-Stürmer vernichtet sich nach Mega-Bock selbst
Martijn Kaars dürfte erstmal einer der niedergeschlagensten Fußballer Hamburgs sein: Der niederländische Stürmer des FC St. Pauli lieferte bei der Pokal-Niederlage seines Teams beim Drittligisten Rot-Weiss Essen eine derart unglückliche Vorstellung ab, dass er die komplette Verantwortung für das Ausscheiden des Zweitligisten übernahm: "Wir verlieren wegen mir. Wenn ich ein, zwei Tore mache in der ersten Halbzeit, dann gewinnen wir", sagte der betrübte Angreifer nach dem Spiel, das er in eine ganz andere Richtung hätte lenken können.
Besonders kurios war eine Szene in der 18. Minute, als Kaars einen Mega-Bock produzierte: Eine Hereingabe von Arkadiusz Pyrka segelte flach quer durch den Essener Strafraum und erreichte den Stürmer rund drei Meter vor dem leeren Tor.
Doch Kaars brachte es fertig, das Leder nicht nur über die Torlinie, sondern zum Entsetzen der Hamburger auch über die Latte zu bugsieren. "Der Ball kam etwas in den Rücken", analysierte der 27-Jährige berechtigt. Und doch: Die Szene sei eine für "die Bilder des Jahres", wie sein Trainer Marcel Rapp sagte. "Der springende Punkt war sicherlich unsere Chancenverwertung."
Auch für Essens Trainer Uwe Koschinat war der Fauxpas spielentscheidend: "Ehrlicherweise glaube ich in der ersten Halbzeit die große vergebene Chance von Kaars", sagte er. "Man weiß, wenn man als Favorit einen Einstieg in so ein Spiel findet, dann wird es für uns mit Sicherheit sehr, sehr schwer." Später hatte Kaars noch zwei weitere hochkarätige Chancen, die er ausließ - und damit die Pokal-Überraschung an der Hafenstraße mit auf den Weg brachte.
Sein Mannschaftskollege Branimir Hrgota wollte von der gnadenlosen Selbstkritik von Kaars allerdings nichts wissen: "Wir schießen die Tore als Mannschaft und wir kassieren die Tore als Mannschaft. Da braucht kein einzelner Spieler eine Schuld auf sich zu nehmen", sagte der erfahrene Neuzugang von Greuther Fürth. Und schob dann nach: "Letztendlich ist es im Fußball aber auch einfach: Schießen wir die Tore, dann sieht das Spiel anders aus."
Das Ausscheiden des Bundesliga-Absteigers, der mit zwei Remis überaus mittelmäßig in die Zweitligasaison gestartet ist, war allerdings ungeachtet des Chancenwuchers nicht unverdient. Zu druckvoll und spielbestimmend war Drittligist Essen - vor allem aber zu anfällig war die St.-Pauli-Hintermannschaft nicht nur bei den beiden Gegentreffer von Marek Janssen (36. Minute) und Semir Telalovic (53.). Auch in der Offensive präsentierten sich die Gäste ideen- und harmlos.
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