Aktivitäten auf Rezept: „Social Prescribing“: Neue Wege aus der Einsamkeit
Wie holt man Menschen aus der Isolation? In Frankfurt, Hannover und anderen Städten werden jetzt Aktivitäten per Rezept verschrieben.
Kann das funktionieren? Aus der Box ertönt rhythmische Musik, eine kleine Gruppe tanzt durch den Raum, bunte Chiffon-Tücher schwingen in der Luft.
Drei ältere Damen und ein Mann mittleren Alters sind an diesem Sommerabend in das Frankfurter Gesundheitsamt zum „Kreativen Tanzen“ gekommen.
Sie alle haben quasi ein Rezept für den mehrwöchigen Kurs erhalten.
Denn seit einiger Zeit bietet die Stadt Frankfurt das Projekt „Social Prescribing - Rezepte gegen Einsamkeit“ an. „Ziel ist, Menschen aus der Einsamkeit herauszuholen und sie wieder mehr in die Gesellschaft zu integrieren“, sagt Katharina Popp, die das Projekt leitet.
Interessierte können sich beim Gesundheitsamt melden, sie müssen einen Fragebogen ausfüllen und werden nach einem Kennenlerngespräch in ein möglichst passendes und kostenfreies Angebot vermittelt.
Neben dem Tanzen gibt es beispielsweise noch Fotografie oder kreatives Schreiben.
Dass Bedarf besteht, ist klar.
Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) von 2025 ist jeder sechste Mensch weltweit von Einsamkeit betroffen.
Seit Corona sei es schwieriger geworden, Kontakte zu knüpfen Für ältere Menschen führe etwa der Wegfall des Arbeitsplatzes zu verringerten Kontakten, sagt Kursteilnehmerin Hilde.
Hinzu komme der Stress in der Großstadt, es folge der Rückzug und drohe die Vereinsamung.
Was die 78-Jährige aus dem Kurs mitnehme? „Gemeinschaft, also dass man sich vorher gar nicht kannte und dann doch sofort eben zusammenfand.“ Sie sei froh dabei zu sein und es habe ihr gut gefallen, sagt eine andere Teilnehmerin. „Aber das Thema Einsamkeit und dass ich denke, dass hier echte Kontakte entstehen, ich glaube, das sind zu hohe Erwartungen.“ Und Robert, Anfang 40, findet, dass es seit Corona schwieriger geworden sei, Kontakte zu knüpfen.
Er spüre beim Tanzen eine Art Freiheit, „allerdings habe ich mir von dem Kurs auch eine andere Altersstruktur vorgestellt“.
Idee kommt aus Großbritannien - inzwischen forscht die Charité „Social Prescribing“ stammt ursprünglich aus Großbritannien, bevor es dann in andere Länder - und auch nach Deutschland - herübergeschwappt ist.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.