Spannende Deutungen - Verrät meine Schlafposition etwas über mich?
Jeder Mensch hat seine bevorzugte Schlafposition. Manche rollen sich eng zusammen, andere schlafen ausgestreckt auf dem Rücken oder kuscheln sich auf die Seite. Immer wieder kursieren Behauptungen, die Schlafhaltung könne Rückschlüsse auf den Charakter zulassen. Doch was ist wirklich dran?
Lesen Sie hier, was Ihre Schlafposition über Ihre Persönlichkeit aussagen könnte. Schlafexpertin Prof. Dr. Kneginja Richter erklärt, dass es für einen direkten Zusammenhang zwischen Schlafposition und Persönlichkeit keine belastbaren wissenschaftlichen Belege gibt. „Es existieren zwar Studien zu Schlafgewohnheiten von Paaren, die zeigen, dass sich die Schlafposition im Laufe einer Beziehung verändert. Frisch verliebte Paare schlafen häufig nah beieinander oder sogar umschlungen, während Langzeitpaare oft mit etwas Abstand und Rücken an Rücken schlafen. Das sagt jedoch nicht automatisch etwas über die Qualität der Beziehung oder den Charakter der Menschen aus, oft möchte einfach jeder etwas mehr Platz im Bett haben“, führt die Expertin aus.
Die Seitenlage ist die häufigste Schlafposition. In einer größeren Untersuchung verbrachten Erwachsene den größten Teil der Nacht auf der Seite. Populäre Deutungen ordnen Seitenschläfern oft Eigenschaften wie Ausgeglichenheit, Offenheit oder Sensibilität zu. Solche Zuschreibungen kann man lesen – als verlässliche Aussage über den Charakter taugen sie aber nicht.
Wenn Sie sich in der Seitenlage stark einrollen, muss das deshalb nicht „Ihre Persönlichkeit“ sein. Es kann genauso gut mit Gewohnheit, Bequemlichkeit oder körperlichen Faktoren zusammenhängen. Die Forschung zeigt zudem, dass Alter und Körperbau die bevorzugte Schlafposition mit beeinflussen.
Auch Rücken- und Bauchlage werden oft mit typischen Wesenszügen verbunden – etwa mit Ruhe, Struktur oder Durchsetzungsfähigkeit. Wissenschaftlich belastbar sind solche Zuordnungen nicht. Wer auf dem Rücken schläft, ist deshalb nicht automatisch kontrolliert oder besonders selbstsicher. Und wer auf dem Bauch schläft, ist nicht automatisch ehrgeizig oder kritikempfindlich.
Wichtiger ist: Jede Position kann praktische Vor- und Nachteile haben. Auf dem Rücken schlafen viele Menschen bequem, zugleich kann diese Lage Schnarchen und Schlafapnoe verschlechtern. Die Bauchlage kann die Atmung teils entlasten, belastet aber bei manchen den Nacken stärker.
Nicht nur die Schlafposition selbst, sondern auch kleine Gewohnheiten werden häufig mit bestimmten Charaktereigenschaften verbunden. Wer zum Beispiel ein Kissen umarmt, gilt als besonders liebevoll, fürsorglich und emotional. Wer so schläft, sehnt sich oft nach Nähe, Geborgenheit und Sicherheit.
Eine stark eingerollte Haltung wird oft mit Sensibilität und dem Wunsch nach Schutz in Verbindung gebracht. Solche Menschen sollen zwar emotional sein, ihre Gefühle aber nicht jedem sofort zeigen. Wer im Bett hingegen viel Platz einnimmt, gilt als selbstbewusst, unabhängig und freiheitsliebend.
Wer sich nachts häufig dreht und ständig die Position wechselt, wird oft als vielseitig, neugierig und spontan beschrieben. Gleichzeitig kann eine unruhige Schlafweise aber auch einfach durch Stress oder äußere Einflüsse entstehen.
Prof. Dr.
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