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„Auch nur ein Mensch“ - SPD bittet Basis: Seid bitte nicht zu hart zu Klingbeil

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„Auch nur ein Mensch“ - SPD bittet Basis: Seid bitte nicht zu hart zu Klingbeil

Bitterfeld-Wolfen/Halle – Der Vizekanzler auf großer Wahlkampf-Tour! Kurz vor der wichtigen Landtagswahl traf sich Lars Klingbeil (48, SPD) mit Vertretern der SPD-Basis in Bitterfeld-Wolfen und Halle. Provinz-Metropolen statt Berliner Regierungsviertel – für den politischen Vollprofi eigentlich reine Routine. Doch die Genossen vor Ort machten sich Sorgen um sein Wohlbefinden: Man solle doch bitte bedenken, dass Klingbeil „auch nur ein Mensch“ sei, gab Direktkandidatin Katharina Kohl (34, SPD) den Gästen mit auf den Weg. Mit anderen Worten: Seid bitte nicht zu hart zu eurem Chef! Weißes Hemd, die Unterarme auf dem Tisch, immer leicht nach vorne gebeugt: Klingbeil versuchte, im Bitterfelder Restaurant „Treibgut“ Lockerheit auszustrahlen, wirkte aber eher angespannt. Die Bedenken seiner Parteigenossin wischte er beiseite. Er sei „da überhaupt nicht zimperlich“ und „als SPD-Vorsitzender sowieso einiges gewohnt“. Wie ernst die Lage für die Sozialdemokraten wirklich ist, wurde aber spätestens beim Folgetermin in Halle deutlich. Wo Altkanzler Gerhard Schröder (82, SPD) vor rund drei Jahrzehnten noch vor großer Kulisse auf dem Marktplatz sprach, muss sich Klingbeil mit der kleinen Parteigeschäftsstelle begnügen. 50 Besucher statt großer Bühne – der Absturz der einstigen Volkspartei wird an diesem Nachmittag sichtbar. Was aber denken die verbliebenen Genossen über ihren Chef? BILD hat sich vor Ort umgehört.

Student Sebastian (20) ist erst im August in die SPD eingetreten: „Bisher kannte ich ihn nur aus Podcasts und von YouTube“, sagt er über Klingbeil. „Ich war sehr überrascht, als er sich einfach zu uns gesetzt und sofort ganz locker losgeredet hat.“

Auch Dr. Barbara Anders-Klumpp (69) ist SPD -Mitglied: „Ich finde es immer sehr, sehr bedauerlich, wie schlecht die SPD dargestellt wird, wie schlecht sie beurteilt wird.“ Wenn bei anderen Parteien „ein Wortwechsel ist“, dann sei das „ganz normal“. Bei der SPD würden daraus Schlagzeilen wie „Zerreißen sich die Genossen?“. Das finde sie „seit Jahren“ ungerecht.

Kinderarzt Dr. Detlef Wendt (63) wünscht sich für die SPD, „dass sie es über die Fünf-Prozent-Hürde schafft“. Der AfD traut er keine Lösungen zu: „Mit Häme, Verächtlichmachung und Schlechtreden verändert man nichts.“

Gitta (81) und Thilo Kühlewind (83): „Bei Herrn Klingbeil hatten wir das Gefühl, dass wir ihn bereits gut kennen. Er sieht unserem Enkel sehr ähnlich, im Aussehen und in der Art, wie er auftritt.“

Zurück nach Berlin: Nach seiner Rückkehr in die Hauptstadt muss Klingbeil noch eine bittere Pille schlucken. Laut einer neuen „YouGov“-Umfrage unterstützt nur jeder fünfte SPD-Wähler der Bundestagswahl 2025 ihn und Co-Chefin Bärbel Bas.

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